Diabetes und Bewegung

Wundern Sie sich nicht, ich rede hier mit Absicht nicht von Sport. Allein das Wort „Sport“ schreckt viele schon ab. Den meisten Menschen fällt sofort der Spruch: „Sport ist Mord“ ein, und das ist wenig förderlich, wenn man Menschen dazu bringen möchte, dass sie sich mehr bewegen mögen. Im Sport sehen die meisten Menschen den „Leistungssport“ und verlieren schon im Gedanken an Sport den Tatendrang, bevor sie sich nur ansatzweise damit befasst haben. Sehr traurig aber leider wahr. Gerade, wenn man dann auch noch mit einer Krankheit wie Diabetes belastet ist, bei der man sich selbst unsicher fühlt, da man nicht weiß, was kann man machen, was darf man machen, und was soll man machen, führt das sehr oft dazu, dass man erst gar nicht anfängt, weil man Angst hat, etwas falsch zu machen. Schon mal vorweg, nichts zu machen ist das Einzige, was Sie falsch machen können. 

 

Selbstverständlich sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie sich körperlich betätigen, aber generell spricht nichts gegen einen Spaziergang an der frischen Luft. Lassen Sie sich bitte gesagt sein, dass Ihnen jede Bewegung, egal in welcher Form, helfen wird, sich besser zu fühlen. Sie werden auch lernen, mit der Krankheit und Bewegung umzugehen. Sie werden wirklich etwas für Ihre Gesundheit und Ihr allgemeines Wohlbefinden tun, wenn Sie nur anfangen, sich zu bewegen, und seien es nur fünf Minuten am Tag. Ja, richtig, nur fünf Minuten am Tag. Ob Sie es glauben oder nicht. Es kommt nicht darauf an, was man macht, sondern, dass man etwas macht. Glauben Sie nicht? Doch, das ist so. 

 

Mein Tipp für Sie: 

Starten Sie mit kleinen Bewegungseinheiten. 

 

Diese motivieren Sie, man kann sie schnell in den Alltag integrieren, und man hat direkt ein tolles Gefühl, wenn man sie geschafft hat. 

 

Ich kann Ihnen aus meiner langjährigen Berufspraxis berichten, dass es für Körper und Geist erheblich besser ist, wenn man mit kleinen Einheiten anfängt. 

 

Ein weiterer Tipp für Sie: 

Halten Sie bitte 4 Wochen durch! 

 

Bis der Körper sich an etwas „Neues“ gewöhnt hat und ein neues Verhaltensmuster entstanden ist, dauert es in der Regel vier Wochen bzw. 30 Tage. Nach dieser Zeit hat der Körper ein neues Muster verinnerlicht, und man kann gar nicht mehr ohne Bewegung sein. Anschließend werden Sie feststellen, dass Sie Lust auf mehr haben. Ich kann Ihnen sagen, der Körper gewöhnt sich schneller an fünf Minuten täglich als an eine Stunde. Denn fünf Minuten haben Sie „eigentlich“ immer mal zwischendurch. Wenn nicht, kann man sie sich irgendwo hernehmen, wenn man es denn möchte. Hat man im Kopf, dass man eine Stunde etwas machen „muss“, dann tut man sich damit schon wesentlich schwerer. 

 

Einer meiner wichtigsten Tipps für Sie: Hören Sie (wieder) auf Ihren Körper, denn er ist Ihr bester Trainer. Was der Mensch leider mit der Zeit verliert, ist das Vertrauen in sich und seinen Körper. Dadurch nehmen wir uns so viel Freude und Energie, da wir gehemmt sind und uns nicht trauen, weil wir Angst haben, etwas falsch zu machen. Insbesondere, wenn man die Diagnose Diabetes bekommt. Schon zieht Unsicherheit in den Kopf ein, und man fragt sich sofort, was geht denn nun noch und ich darf bloß nichts falsch machen. Es ist einfacher, als Sie denken. Man kann nichts falsch machen! Wenn Sie aber nichts machen, dann machen Sie etwas falsch. So kontrovers sich das anhört, es ist so. Gerade im Fall von Diabetes ist es so, dass wenn der Körper sich dieser „Zuckerkrankheit“ immer mehr hingibt, viele Prozesse im Körper immer weiter eingestellt werden. Das fängt bei der Sauerstoffversorgung der Zelle an und hört bei der Bildung von Glückshormonen auf. Leider leidet der Bewegungsapparat am meisten unter einer Bewegungseinschränkung. Wir (unsere Gelenke) fangen an, zu rosten. Ein sehr zerstörerischer Prozess, wenn man bedenkt, wie viele Menschen davon betroffen sind. Diabetes ist keine „Bewegungseinschränkungskrankheit“, sondern leider sehr oft durch Bewegungsmangel entstanden, da der aufgenommene (gegessene) Zucker nicht ausreichend verstoffwechselt (verbrannt) wurde und sich dadurch (Zucker-)Depots in Leber und Zellen gebildet haben, die dafür sorgten, dass der Körper eine Insulinresistenz entwickelt hat. Das bedeutet, er kann das Hormon Insulin nicht mehr produzieren, welches für die Verstoffwechslung des Zuckers verantwortlich ist. Die Lösung wäre/ist, dass man anfängt, die Zuckerdepots wieder aufzulösen und bei der Ernährung den Zuckerkonsum/Kohlenhydratkonsum einzuschränken bzw. zu überwachen. 

 

Mein Tipp: 

Niemals von null auf hundert in 2 Tagen. 

 

Jeder weiß, dass aller Anfang schwer ist, aber wenn er einmal gemacht ist, dann läuft es irgendwann von selbst. Wichtig am Start ist aber, dass man sich bewusst macht, was der aktuelle Ausgangspunkt ist und sich definitiv nicht übernehmen sollte und die Ziele nicht zu hoch setzen darf. Übernimmt man sich und verlangt sich zu viel ab, ist die Enttäuschung groß, wenn man sein Ziel nicht erreicht. Fazit: Kleine (erreichbare) Ziele setzen! 

 

Der Satz, dass jede Bewegung zählt, hat mehr Bedeutung als man vielleicht denkt; aus diesem Grund möchte ich darauf noch einmal kurz eingehen. Jede Bewegung im Körper sorgt für eine höhere Sauerstoffanforderung. Das bedeutet: Strenge ich mich auch nur leicht an, muss mein Herz schneller schlagen, das Blut zirkuliert schneller. Die Atmung wird schneller, und es kommt mehr Sauerstoff ins Blut, und genau das ist der springende Punkt. Es geht bei jedem Verbrennungsprozess immer um Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff, umso besser ist die Verbrennung. Das gilt nicht nur für den Holzkohlegrill, sondern auch für den Stoffwechsel im Körper. Mein Tipp: Viel leichte Bewegung an der frischen Luft.