Hallo Doc! Erhöht Diabetes mellitus Typ 2 das kardiale Risiko?

Grundsätzlich möchte ich in diesem Zusammenhang anführen, dass Diabetes mellitus Typ 2 beinahe immer ein Krankheitsbild ist, das nicht nur erhöhten Blutzucker zeigt, sondern auch sehr häufig in Begleitung von Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Übergewicht steht. Diese Kombination ist eng verbunden mit dem oben genannten Risiko zur Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit oder auch der Verengung weiterer Gefäße wie Halsschlagader (Carotis) oder einer Verschlusskrankheit der Beinarterien („Schaufensterkrankheit“). Damit verbunden ist bei Typ2-DiabetikerInnen immer die Notwendigkeit, ein Bewusstsein für all die zuvor genannten Punkte zu entwickeln. Diese sollen/müssen in Absprache mit dem betreuenden Arzt/der betreuenden Ärztin regelmäßig kontrolliert werden. 

 

Wichtig ist, Therapieziele zu vereinbaren und damit verbunden die Behandlung anzupassen. Die Behandlung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten ist als „Gefäßschutz“ zu betrachten und nicht als Kosmetik der gemessenen Werte. Ergänzend möchte ich noch anführen, dass zwei weitere Faktoren für das kardiovaskuläre Risiko von besonderer Wichtigkeit sind: Einerseits ist bei einer bereits in der Vergangenheit abgelaufenen Gefäßerkrankung (z. B. wenn bereits ein Herzinfarkt, eine Aufdehnung eines Herzkranzgefäßes oder ein Schlaganfall stattgefunden hat), anderseits, wenn in der Familiengeschichte (Familienanamnese) gehäuft Gefäßerkrankungen zu beobachten waren, besonders auf eine optimale Einstellung zu achten und sind die Zielbereiche etwas „schärfer“ zu wählen.

Wenn es dem/der betroffenen PatientIn gelingt, den Lebensstil, d. h. vor allem Bewegung und Gewichtskontrolle, zu verbessern und diese beiden Faktoren positiv und aktiv in den Alltag einzubinden, kann das Risiko für die Entwicklung einer Gefäßproblematik darüber hinaus deutlich und nachhaltig verringert werden.

 

Auch eine gesunde Lebensweise hinsichtlich der Ernährung und z. B. ein Nikotinverzicht wirken sehr unterstützend.

 

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die medikamentöse Entwicklung im Bereich der Typ-2-Therapie unglaubliche Fortschritte gemacht hat und dabei immer wieder genau dieser Bereich, nämlich die positive Beeinflussung des Herz-/Gefäßrisikos dabei im Mittelpunkt des therapeutischen Interesses steht. Hier stehen einerseits Tabletten und andererseits auch Injektionsmedikamente (hier sind nicht Insuline gemeint) zur Verfügung. Sie alle haben den Vorteil, neben der Blutzuckersenkung auch einige positive Zusatzeffekte auf Herz, Niere und Gewicht zu zeigen. Darüber auch im Detail zu informieren, ist mir ein großes Anliegen, und wir werden in einer der nächsten Ausgaben gesondert darüber berichten.