Menschen mit Diabetes meistern jeden Tag viele Herausforderungen. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen, Medikamenteneinnahme, auf die Ernährung und ausreichend Bewegung achten – all das gehört für viele zum Alltag. Dabei erhält ein wichtiger Teil des Körpers oft zu wenig Beachtung: die Füße.
Eine mögliche Folgeerkrankung des Diabetes ist der diabetische Fuß. Nicht bei jedem Menschen mit Diabetes kommt es im Laufe seiner Erkrankung zu Fußproblemen. Das Risiko ist individuell unterschiedlich und wird durch viele Faktoren beeinflusst. Der diabetische Fuß entsteht meist nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Werden selbst kleine Veränderungen an den Füßen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann dies zu schwerwiegenden Problemen führen. Die Füße von Menschen mit Diabetes mellitus benötigen daher besondere Aufmerksamkeit.
Warum verdienen Ihre Füße besondere Aufmerksamkeit?
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die Nerven und die Durchblutung der Füße schädigen. Das Gefühl in den Füßen nimmt nach und nach ab. Schmerzen, Druckstellen oder kleine Verletzungen werden oft nicht mehr wahrgenommen und bleiben unentdeckt. Auf diese Weise können sich unbemerkt Wunden entwickeln, welche nur sehr langsam, schlecht oder gar nicht mehr heilen. Ohne rechtzeitige Behandlung können sie sich verschlimmern und zu einem diabetischen Fußsyndrom führen.
Die Folgen reichen oft weit über die Füße hinaus und können die Beweglichkeit, die Selbstständigkeit sowie die Teilhabe am Berufs- und Familienleben erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Fußgesundheit beginnt mit einfachen Gewohnheiten. Wer sich täglich ein paar Minuten Zeit für die Kontrolle und Pflege seiner Füße nimmt, kann vielen Fußproblemen effektiv vorbeugen.
Wie kontrollieren Sie Ihre Füße richtig? Worauf müssen Sie achten?
Schauen Sie sich Ihre Füße täglich genau an – insbesondere die Fußsohlen, Fersen und Zehenzwischenräume. Achten Sie auf Rötungen, Druckstellen, Risse, Blasen, Schlieren, Hornhautbildung und Verletzungen. Wenn Sie Ihre Füße nicht gut sehen können, verwenden Sie einen Handspiegel oder bitten Sie eine vertraute Person um Unterstützung. Zeigen Sie jede Veränderung möglichst zeitnah einer Pflegeperson oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt – auch wenn sie sehr klein ist und keine Schmerzen verursacht. So können Probleme früh erkannt und behandelt werden.
Wie pflegen Sie Ihre Füße richtig?
Waschen Sie Ihre Füße täglich mit lauwarmem Wasser. Die Wassertemperatur sollte etwa 37 °C betragen. Ein Badethermometer kann dabei helfen, die Temperatur sicher zu überprüfen. Ein Fußbad sollte nicht länger als 3 bis 5 Minuten dauern, damit die Haut nicht aufweicht. Verwenden Sie keine Massagehandschuhe oder Bürsten, da diese die Haut aufrauen und kleine Verletzungen verursachen können, durch die Keime leichter eindringen. Trocknen Sie Ihre Füße anschließend sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen. Eine feuchtigkeitsspendende Creme hält die Haut geschmeidig – die Zehenzwischenräume sollten beim Eincremen ausgespart werden. Kürzen Sie Ihre Fußnägel vorsichtig und gerade, sodass sie mit der Zehenkuppe abschließen. Verwenden Sie dafür möglichst eine Sandblatt- oder Diamantfeile. Auf Scheren, Nagelzangen oder Nagelknipser sollten Sie gänzlich verzichten, da sie das Verletzungsrisiko erhöhen. Entfernen Sie Hornhaut nur vorsichtig mit einem Bimsstein. Wenn Sie Ihre Füße von einer Fußpflegerin oder einem Fußpfleger behandeln lassen, informieren Sie diese unbedingt darüber, dass Sie Diabetes haben.
Welches Schuhwerk eignet sich zum Schutz Ihrer Füße?
Für die meisten Menschen mit Diabetes sind handelsübliche Schuhe ausreichend. Ihre Schuhe sollten genügend Platz bieten – sowohl in der Länge als auch in der Breite und Höhe –, damit keine Druckstellen entstehen. Bevorzugen Sie Schuhe mit flachen oder nur leicht erhöhten Absätzen und weichem Fußbett. Kaufen Sie neue Schuhe möglichst am Nachmittag oder Abend, da die Füße im Laufe des Tages leicht anschwellen. So lässt sich besser beurteilen, ob die Schuhe auch dann noch bequem sitzen. Kontrollieren Sie vor jedem Anziehen, ob sich Steinchen oder andere Fremdkörper im Schuh befinden, um möglichen Verletzungen vorzubeugen. Verzichten Sie auf das Barfußlaufen – auch zuhause.
Wie unterstützen Sie durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen Ihre Fußgesundheit?
Ihr Behandlungsteam überprüft bei der mindestens 1-mal jährlich stattfindenden Kontrolluntersuchung, ob ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme besteht. Untersucht werden unter anderem die Empfindlichkeit der Füße, die Durchblutung sowie die Haut auf Druckstellen, Wunden oder andere Veränderungen. So können Risiken frühzeitig erkannt und behandelt werden. Warten Sie jedoch nicht bis zum nächsten Kontrolltermin, wenn Sie Veränderungen an Ihren Füßen entdecken.
Vorbeugen lohnt sich, denn unsere Füße tragen uns ein Leben lang – und doch schenken wir ihnen oft erst Beachtung, wenn Beschwerden auftreten. Menschen mit Diabetes profitieren besonders davon, ihren Füßen täglich Aufmerksamkeit zu schenken. Durch kleine, regelmäßige Gewohnheiten kann Fußgesundheit zu einem selbstverständlichen Teil der Diabetesbehandlung werden und zum Erhalt der Lebensqualität beitragen.
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John Doe
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