Pflege & Betreuung

Helga ist 78 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann in einem Einfamilienhaus am Land. Bis vor Kurzem kam das Paar im Alltag gut alleine zurecht. Dann musste sich Helga einer komplizierten Hüftoperation unterziehen und mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen.


Die Freude über die Rückkehr nach Hause war groß. Gleichzeitig war schnell klar: Für die erste Zeit würde sie Unterstützung brauchen – sowohl bei der medizinischen Versorgung als auch im Haushalt. Heute kommt einmal pro Woche eine Heimhelferin des Hilfswerks vorbei. Zusätzlich unterstützt eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) die Familie bei der pflegerischen Versorgung.


Gut beraten, passend unterstützt


Den ersten Schritt setzte ihre Tochter Karin. Die Berufstätige wollte ihre Eltern bestmöglich unterstützen, wusste zunächst aber nicht, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt und wie sich die notwendige Hilfe organisieren lässt. Deshalb wandte sie sich an die telefonische Pflegeberatung des Hilfswerks.


Auf ein erstes Telefonat folgte ein persönliches Beratungsgespräch direkt im Haus ihrer Eltern. Gemeinsam wurde besprochen, welche Unterstützung aktuell notwendig ist, welche Angebote infrage kommen und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

„Für uns war es enorm hilfreich, die Situation einmal mit einer Fachperson durchzugehen. Danach wussten wir viel besser, was meine Eltern brauchen und welche Möglichkeiten es gibt“, erzählt Karin.


Vor allem die regelmäßige Unterstützung durch die diplomierte Pflegekraft ist für ihre Mutter derzeit besonders wichtig. Sie übernimmt unter anderem die Wundversorgung und den Verbandswechsel, unterstützt beim Medikamentenmanagement und behält notwendige Kontrolltermine im Blick. Die Heimhelferin hilft zusätzlich dort im Haushalt, wo Helga momentan noch eingeschränkt ist.


Für das Ehepaar bedeutet diese Unterstützung vor allem eines: den Alltag zu Hause weiterhin möglichst selbstständig bewältigen zu können. Und auch die Tochter ist entlastet. Sie weiß ihre Eltern gut versorgt und kann sich wieder stärker auf Beruf und eigene Familie konzentrieren.


„Nach einer Pflegeberatung erleben wir häufig, dass Betroffene und Angehörige deutlich erleichtert sind“, erklärt Hilfswerk-Pflegeexpertin Angelika Kuhn. 


„Viele wissen zunächst gar nicht, welche Angebote es gibt oder wie flexibel diese miteinander kombiniert werden können. Eine Beratung hilft dabei, die Situation zu ordnen und eine Lösung zu finden, die tatsächlich zum individuellen Bedarf passt.“


Orientierung bei vielen Fragen


Pflegeberatung unterstützt aber nicht nur bei der Auswahl geeigneter Pflege- und Betreuungsangebote. „Gerade wenn sich die Lebenssituation plötzlich verändert, tauchen innerhalb kurzer Zeit sehr viele Fragen auf“, weiß Kuhn. „Dann ist es hilfreich, gemeinsam zu klären, welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird und was die Betroffenen selbst, Angehörige oder professionelle Dienste übernehmen können.“

Auch finanzielle und rechtliche Themen können Teil einer Pflegeberatung sein. Dazu zählen beispielsweise Pflegegeld, Pflegekarenz und Pflegeteilzeit oder mögliche Förderungen. Wenn ein Mensch längerfristig Pflege und Betreuung benötigt, können außerdem Fragen zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung pflegender Angehöriger, zu Vertretungsmöglichkeiten oder zur Vorsorgevollmacht relevant werden.

Eine professionelle Beratung bietet dabei nicht nur Informationen. Sie schafft auch Raum für Sorgen und Unsicherheiten, die mit einer veränderten Pflegesituation häufig verbunden sind – und hilft, Schritt für Schritt einen gangbaren Weg zu finden.

Was leistet die Pflegeberatung konkret?

 

  • Bestandsaufnahme: Wie sieht der tatsächliche Bedarf aus?

  • Netzwerk: Welche Rollen können Angehörige übernehmen, wo braucht es Profis?

  • Überblick: Welche Dienste (Heimhilfe, mobile Pflege, 24-Stunden-Betreuung) gibt es?

  • Finanzen: Unterstützung bei der Beantragung oder Erhöhung des Pflegegeldes.


Was kostet das?

Das ist je nach Angebot und Bundesland unterschiedlich. Erkundigen Sie sich am besten bereits bei der Kontaktaufnahme nach möglichen Kosten. In vielen Fällen stehen kostenlose oder öffentlich unterstützte Beratungsangebote zur Verfügung.

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