Digitale Helfer

Für Menschen mit Diabetes gehören Messwerte, Medikamente, Bewegung und Ernährung zum täglichen Leben. Moderne Technik kann dabei helfen, den Überblick zu behalten. Am bekanntesten sind Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM). Ein kleiner Sensor misst rund um die Uhr den Glukosegehalt im Unterhautfettgewebe und überträgt die Werte auf ein Lesegerät oder Smartphone. Neben dem aktuellen Wert zeigen die Systeme auch an, wohin sich die Glukose entwickelt. Warnungen können auf eine drohende Unter- oder Überzuckerung aufmerksam machen. Je nach System lassen sich die Werte auch mit Angehörigen teilen.


Noch weiter gehen moderne Insulinpumpen in Verbindung mit CGM-Systemen. Bei sogenannten AID- oder Hybrid-Closed-Loop-Systemen kommunizieren Sensor und Pumpe miteinander. Ein Algorithmus passt die Insulinabgabe laufend an den aktuellen Bedarf an. Ganz ohne Zutun funktionieren diese Systeme allerdings nicht: Mahlzeiten müssen in der Regel weiterhin berücksichtigt und eingegeben werden.

Noch mehr technische Helfer


  • Smarte Insulinpens: Intelligente Pens oder spezielle Aufsätze können speichern, wann und teilweise auch wie viel Insulin zuletzt gespritzt wurde. Praktisch, wenn man sich nicht mehr sicher ist, ob die Dosis bereits verabreicht wurde.

  • Elektronische Medikamentenboxen: Sie erinnern mit Licht- oder Tonsignalen an die Einnahme von Tabletten. Manche Modelle registrieren zusätzlich, wann ein Fach geöffnet wurde – hilfreich vor allem bei mehreren Medikamenten.

  • Smartwatches: Sie erfassen Bewegung, Schritte, Herzfrequenz oder Schlaf. Je nach CGM-System können auch Glukosewerte und Warnmeldungen direkt am Handgelenk angezeigt werden.

  • Apps und digitale Küchenwaagen: Sie unterstützen beim Dokumentieren von Mahlzeiten und beim Berechnen von Portionsgrößen, Kohlenhydraten und Nährwerten. Manche Apps können Lebensmittel sogar anhand eines Fotos erkennen.

  • Temperatursensoren für Insulin: Kleine elektronische Sensoren überwachen die Lagerung und können warnen, wenn Insulin zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt war – besonders praktisch auf Reisen oder im Sommer.

  • Smarte Einlegesohlen: Sensoren können auffällige Druckbelastungen an den Füßen erkennen. Das kann insbesondere bei diabetischer Polyneuropathie interessant sein, wenn Druckstellen aufgrund eines verminderten Schmerzempfindens nicht rechtzeitig bemerkt werden.

  • KI und Sprachassistenten: Sie können medizinische Begriffe erklären, Befunde verständlicher zusammenfassen, an Termine oder Medikamente erinnern und bei der Vorbereitung auf das Arztgespräch helfen. Sie können die medizinische Beratung jedoch nicht ersetzen.


Die Palette reicht damit vom kleinen Sensor bis zum intelligenten Smartphone-Assistenten. Richtig eingesetzt kann Technik dabei helfen, den Diabetes-Alltag übersichtlicher, komfortabler und in manchen Situationen auch sicherer zu machen.

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